Tagungsprogramm

Wie funktionieren PR-Kampagnen unter dem Deckmantel zivilgesellschaftlichen Engagements? Welche neuen Formen von Protest- und Akzeptanzmanagement gibt es? Welche Gegenstrategien sind erfolgreich? In über 30 Workshops und Vorträgen werden Methoden des Protestmanagements in verschiedenen gesellschaftlichen Konfliktzonen ausgeleuchtet.

Protestmanager trifft auf Kommunikationsguerillero

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von Ute Bertrand zuerst erschienen im Robin Wood Blog

„Unser Revier – unsere Zukunft – An Rur und Erft“ – diesen Namen trägt eine neue Bürgerinitiative, die sich Mitte April 2015 in Kerpen gegründet hat.“ Das berichtet das Nachbarschaftsmagazin von RWE Power (S.5). Die Bürgerinitiative verstehe sich als „Allianz für Realismus und Sachlichkeit“ und wolle sich in die gesellschaftspolitische Diskussion um die Zukunft der Braunkohle und des Reviers einbringen.

Was die geneigte LeserIn nicht erfährt ist hingegen, wie die Braunkohle-Lobby mit dieser Initiative verbandelt ist. Genau solche Zusammenhänge aber interessierten die TeilnehmerInnen bei der Tagung „Wenn Konzerne den Protest managen“, zu der ROBIN WOOD gemeinsam mit LobbyControl, Linker Medienakademie und klimaretter.info am Samstag (26.9.2015) an die Humboldt Universität nach Berlin eingeladen hatte. Ulrich Müller von LobbyControl berichtete in seinem Eingangs-Vortrag, wie er gestutzt hatte, als er Kontakt zu der Initiative aufnehmen wollte, denn auf deren Website fand er nur eine Postfachadresse. Er recherchierte nach und fand heraus: Das Postfach gehört dem Bundesverband Braunkohle, einem Lobby-Verein der Braunkohlenindustrie.

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Wie Unternehmen Bürgerbewegungen ausnutzen, erzeugen oder gar simulieren – das Thema stößt auf Interesse. Die Tagung war mit über 170 Teilnehmenden gut besucht. Rund 20 ReferentInnen leuchteten das ganze Spektrum aktueller PR- und Dialogstrategien aus – vom Astroturf, über Dialogfallen und Sponsoring bis hin zu Unternehmens-Spitzeln. Das Publikum war bunt gemischt: alle Generationen und Engagierte aus Basisinitiativen verschiedener politischer Zusammenhänge wie Umwelt- und Klimaschutz, Flughafenwiderstand und Pharmakritik waren vertreten.

Die Tagung diente dazu, Wissen und Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig fortzubilden – mit dem Ziel, die Zivilgesellschaft zu stärken. ROBIN WOOD hat selbst über viele Jahren Erfahrungen in konfrontativen, öffentlichen Auseinandersetzungen mit Unternehmen und deren Protestmanagement gesammelt, etwa am Frankfurter Flughafen, bei Stuttgart 21 oder in den Braunkohleregionen von Lausitz und Rheinland. Das Peng Collective aus Berlin zeigte, wie man von den Werbestrategen aus der Industrie lernen und sie mit Witz und ihren eigenen Waffen schlagen kann.

Also nicht dumm machen lassen, klar analysieren und transparent machen, was abläuft und dann den Kommunikations-Guerillero in sich entdecken!

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